Pervasive Computing –
die Verselbständigung des Computers: Ein Schlagwort ist in
aller Munde. Fortschritte in der Miniaturisierung der Computer,
in der Sensor- und in der Kommunikations-
technologie sowie in den Materialwissenschaften führen dazu,
dass die Computer in Alltagsgegen-
ständen – im Pullover, in der Eintrittskarte, in Verpackungen
oder in Fahrzeugen – verschwinden,
unsere Umwelt und uns immer feinfühliger wahrnehmen, sich ohne
unser Zutun miteinander vernetzen
und das, was sie wahrgenommen und getan haben, auch in Erinnerung
behalten können.
Pervasive Computing ist eine Vision, eine Beschreibung, was aufgrund
der technologischen Entwick-
lungen in Zukunft möglich sein könnte.In vielen Lebens-
und Geschäftsbereichen entstehen Chancen
für sinnvolle Anwendungen – das lange Zeit
einzige Beispiel des «intelligenten Kühlschranks»
hat
glücklicherweise ausgedient. Es entsteht das Zukunftsbild einer
angenehmen, unauffälligen Tech-
nologieunterstützung im Alltag, von mehr Sicherheit im Verkehr
und in der Gesellschaft, von mehr
Autonomie der Patientinnen und Patienten.
Gleichzeitig kommen auch offene Fragen und Risiken
ins Blickfeld. Es wird etwa geltend gemacht,
bei Pervasive Computing seien Haftungsfragen ungelöst (oder
sogar unlösbar); es wird eingewendet,
die informationelle Selbstbestimmung gehe vollends verloren, das
Datenschutzrecht versage ange-
sichts der allumfassenden Datenbearbeitungen; es wird vermutet,
die Informationssicherheit sei
angesichts der Vernetzung nicht zu gewährleisten, und schliesslich
wird erkennbar, dass die
Abhängigkeit von Infrastruktur zur kritischen Grösse werden
kann.
Stimmt das alles wirklich?
Eines ist klar: Auf der abstrakten Ebene, auf der diese Fragen
bisher meistens diskutiert wurden,
können sie nicht beantwortet werden. Das Symposium on Privacy
and Security 2006 widmet sich
Pervasive Computing – aber konkreter. Anhand
von ausgewählten Anwendungsbeispielen soll
konkret geprüft werden, ob all diese Defizite wirklich bestehen.
Ausgewiesene Fachleute geben
Antworten, mit denen sich auch etwas anfangen lässt. Eine professionell
moderierte Paneldiskussion
unter Beteiligung des Publikums rundet die Tagung schliesslich ab.
|