Wem gehören die Patientendaten?
Über die Sozialpflichtigkeit von Gesundheitsdaten

Donnerstag, 29. Juni 2006
14:00 – 17:30
Swiss Re Centre for Global Dialogue, Gheistrasse 37, 8803 Rüschlikon/Schweiz

 

in Kooperation mit

 
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Inhalt

Solidarität oder Autonomie? Können wir uns noch leisten, dass das Individuum gleichsam nach Lust und Laune entscheiden kann, ob seine Daten für die Forschung verwendet werden dürfen? Darf es angesichts des Bedarfs an Medikamenten und Therapien gegen Krankheiten, die unsägliches Leid über die Betroffenen bringen, noch sein, dass jemand sich so unsolidarisch verhält und seine Daten nicht der Forschung zur Verfügung stellt? Vermag das geltend gemachte individuelle Interesse an der Autonomie des Menschen das gesellschaftliche Interesse an Resultaten für die Heilung von Krankheiten wirklich zu überwiegen? Sollten nicht wenigstens diejenigen Personen, die dieses gesellschaftliche Interesse mittragen, indem sie ihre Daten zur Verfügung stellen, belohnt werden, indem nur sie in den Genuss neuer Medikamente oder Therapien kommen oder mindestens weniger dafür bezahlen?

Die Frage nach dem Verhältnis von Autonomie und Solidarität wird noch mehrheitlich im Versteckten diskutiert. Es erscheint noch als Tabu, zu fordern, dass nur von der Forschung profitieren soll, wer ihr seine Daten zur Verfügung stellt. Aber wie lange noch?

Dasselbe Spannungsfeld zeigt sich ausserhalb des Forschungskontextes, wenn es um die – in
ihrer Grundsätzlichkeit ebenfalls noch kaum diskutierte – Frage geht, inwieweit Patientendaten den Versicherern für die Wirtschaftlichkeitsprüfung medizinischer Leistungen zur Verfügung gestellt werden müssen. Und in Zukunft wird die Bedeutung der Balance zwischen Autonomie und Solidari-
tät noch grösser, wenn wir nur an die absehbaren Entwicklungen wie E-Health, Gesundheitskarte oder Pervasive Computing-Anwendungen im Health-Bereich denken.

Die SPS interface-Tagung widmet sich diesen Fragen rund um die Sozialpflichtigkeit von Gesund-
heitsinformationen. Zwei Referenten stellen ihre Thesen dazu vor, anschliessend wird in einem Panelgespräch unter professioneller Moderation und unter Einbezug des Publikums diskutiert, wie die für die Zukunft von Gesundheitspolitik, Forschungspolitik und informationeller Selbstbestimmung wichtige Weichenstellung künftig aussehen könnte.

Die Veranstaltung richtet sich an Entscheidungsträger(innen) aus privatwirtschaftlicher und universi- tärer Forschung, aus Wirtschaft (insbesondere Pharmaunternehmen und Versicherungen), Verwal-
tung und Politik sowie an Expert(inn)en aus den Bereichen Gesundheitswesen, Datenschutz, Compliance und Ethik.


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