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Pay as you drive und Persönlichkeitsschutz – neue Modelle
von Mobilitätsversicherung und -besteuerung
Autofahrer(innen) bezahlen heute grundsätzlich
gleich viel an Motorfahrzeugsteuern - unabhängig
davon, wie oft und wie weit sie fahren, ob sie Staus mitverursachen
oder nicht. Sie bezahlen heute
gleich viel an Motorfahrzeugversicherungsprämien - unabhängig
davon, ob sie rücksichtsvoll oder
aggressiv fahren, ob sie an unfallträchtigen Orten oder zu
unfallträchtigen Zeiten fahren.
Das könnte sich ändern: Zukunftsmodelle
von Autoversicherungen und möglicherweise auch der
Motorfahrzeugsteuer knüpfen an das Mobilitäts- und Fahrverhalten
der Autofahrer(innen) an. Sie
stützen sich dabei auf verschiedene Ansätze: dazu gehört
z.B. der Event-Recorder, der das Fahr-
verhalten der letzten Sekunden vor einem Unfall aufzeichnet, oder
Systeme, die erfassen und
übermitteln, zu welchen Zeiten jemand unterwegs ist, welche
Strassen jemand benutzt und
welches Fahrverhalten jemand an den Tag legt. Wer nach Mitternacht
fährt, soll mehr bezahlen
als jemand, der tagsüber das Auto gebraucht. Wer Autobahnen
benutzt, soll weniger bezahlen
als jemand, der die unfallträchtige Durchgangsstrasse benutzt.
Vorsichtige Fahrer(innen) sollen
weniger bezahlen als diejenigen, die abrupt beschleunigen oder
bremsen.
Um eine entsprechende Tarifberechnung vornehmen
zu können, müssen Daten erfasst und verar-
beitet werden: Daten über Zeit und Ort und - je nach Modell
- auch über die Fahrweise. Die Um-
setzung solcher dynamischer Preismodelle wirft viele Fragen auf:
Wer bestimmt die Parameter,
nach welchen die Preise dynamisch gestaltet werden? Wer bekommt
wann und in welcher Form
Zugang zu den Daten über das Mobilitäts- und Fahrverhalten
einer Person? Könnte – im Interesse
der Bekämpfung von gefährlicher Raserei – gleichzeitig
die Polizei über Verkehrsregelverletzungen
informiert werden? Soll der Gebrauch solcher Systeme freiwillig
oder obligatorisch sein? Wie stark
berühren sie Persönlichkeitsrechte – und wie wirkt
sich das auf die Akzeptanz solcher Systeme
durch die Autofahrer(innen) aus?
Die SPS interface-Tagung bietet eine Plattform,
um diese Fragen mit verschiedenen Stakeholdern
zu diskutieren. Nach kurzen Fachreferaten werden in einem professionell
moderierten Podiums-
gespräch zusammen mit dem Publikum mögliche Lösungen
für die Zukunft von Mobilitätsversicher-
ungen, Mobilitätsbesteuerung und informationeller Selbstbestimmung
diskutiert.
Zielpublikum
Die SPS interface-Veranstaltung richtet sich an Entscheidungsträger(innen)
aus Wirtschaft
(insbesondere Versicherungen, Beratungs- und IT-Unternehmen),
Verwaltung und Politik,
Repräsentant(inn)en von Automobilverbänden und aus privatwirtschaftlicher
und universitärer
Forschung, als auch an Expert(inn)en aus den Bereichen Verkehr,
IT, Compliance und
Datenschutz.
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